Textbeispiele
 Lustgarten Oranienburg nach einem Merianstich von 1652 (rechts)
Dieser Garten soll angeblich nach Plänen des berühmten französischen Gartenarchitekten
André le Nôtre unter Friedrich I. angelegt worden sein. Ob dies stimmt, ist fraglich.
Es gab auch schon zu dieser Zeit viele Nachahmer in Sachen Gestaltung.
Botanischer Garten Padua, nach einem Stich von Prosperini
Die Anlage wurde im Jahre 1545 eingeweiht und soll nach Plänen von
Daniele Barbaro entstanden sein. Sie ist heute noch erhalten, wurde
allerdings im Laufe der Jahrhunderte mit z. B. einem Brunnen versehen
und einer ringförmigen Mauer umgeben, um sie vor Pflanzendieben
zu schützen.
Botanische Gärten hatten verschiedene Aufgaben:
| - |
sie dienten als Lehrstätten für Studenten, |
| - |
als Anschauungsort für exotische Pflanzen |
| - |
um die Identifizierung der Heilpflanzen zu erleichtern (Fehler und Betrug kamen häufig vor) |
Der Garten wurde fortdauernd mit exotischen Pflanzen bereichert,
die aus verschiedenen Erdteilen stammten und von Handels- und
Eroberungsfahrten mitgebracht wurden.
Parterre de Pelouse (Rasenparterre) nach einem Stich von André Mollet, Frankreich, 1651
André Mollet, Sohn des Claude Mollet, war wie sein Vater Gartentheoretiker und
veröffentlichte 1651 "Le Jardin de Plaisir", Entwürfe für Lustgärten.
Englische Knotengärten nach Stichen aus Lawsons "The Country Housewife's Garden" (Der Garten der Landfrau) von 1638 und " The profitable Art of Gardening" von Thomas Hill, 1568
Knotengärten waren im England des 16. Jhdts. sehr beliebt. Sie kamen allerdings - wie die meisten Ideen zur Gartengestaltung - aus Italien. Über hundert Jahre hielt sich die Freude an den "Spielzeugen für die Augen", obwohl die phantasievolle Gestaltung der Gärten durchaus auch Gegner hatte. So nannte Francis Bacon - englischer Philosoph, Staatsmann und Gartentheoretiker in dieser Zeit - die kunstvollen Gärten verächtlich 'Tortenverzierungen'.
|